Reiner Riedler: THIS SIDE OF PARADISE

Reiner Riedler zählt zu den international erfolgreichsten zeitgenössischen Fotografen Österreichs.

Das “Westlicht. Schauplatz für Fotografie” widmete ihm kürzlich eine umfassende Werkschau.

 

„This Side of Paradise“ zeigt vor allem das menschlichen Streben nach Glück. Dafür sucht der Fotograf bevorzugt Orte auf, die zumindest eine kurzfristige Möglichkeit zur Flucht aus dem Alltag versprechen: künstliche Freizeitwelten, einen Russian Circus, bis hin zu den Schauplätzen der modernen Eventkultur. 

 

Reiner Riedler wurde in Gmunden geboren und kam nach Wien mit der Absicht Ethnologie zu studieren. Stattdessen landete er auf der Graphischen und beschloss bald sein Leben der Fotografie zu verschreiben. Als Dokumentarfotograf beschäftigt er sich mit wichtigen Themen der Gegenwart. Sein Blick richtet sich dabei immer auf den Menschen und seine Umwelt. Das Hauptaugenmerk seiner dokumentarischen Arbeit liegt darauf, allgemeine Wertesysteme zu hinterfragen. Reiner Riedlers Arbeiten wurden in zahlreichen Ländern auf Fotofestivals, in Galerien und Museen ausgestellt.

THE UNSEEN SEEN

 

Ein sehenswerter Teil der Ausstellung, auf den wir besonders Hinweisen wollen, ist die Serie „The Unseen Seen“. Wir dürfen erwähnen, daß diese Bilderserie mit einer Hasselblad H3D fotografiert wurde.

 

Bei der Serie bildete Reiner Riedler durchleuchtete Filmrollen ab und zeigt alte Klassiker von einer ganz neuen Seite.

Er richtete sich ein kleines Fotostudio im Filmarchiv der “Deutsche Kinemathek” ein, und fotografierte die Filmrollen im Durchlicht. Wichtig dabei war, eine gleichbleibende Belichtungssituation zu gewährleisten. Das Ergebnis ist eine beeindruckende Sammlung an ungewöhnlichen Bildern. Die Serie umfasst mehrere hundert Fotos.

 

Beim Betrachten der Bilder wird auf die Materialität des Films verwiesen, und es entsteht ein neues Bildverständnis in Kombination mit den nostalgischen Bildern im Kopf des Betrachters, wenn er sich an bestimmte Filmszenen erinnert.

 

Neben der nostalgischen Anmutung, die sich auf den Film selbst beziehen, entsteht auch eine Nostalgie, die den Verlust der Filmmaterial-Tradition betrifft.

 

„Das Sterben des Films“ war eine der Inspirationen des Künstlers.

Als Anmerkung dürfen wir hinzufügen:

Es ist spannend zu sehen, wie sich bei den verschiedensten Filmrollen die charakteristische Dramaturgie und die “regie-technischen” Eigenschaften des Films wie zum Beispiel Licht-Setups, Kameraführung, Szenenbilder, oder Bilder-Dynamik, etc., in der von Reiner Riedler gewählten Durchlicht-Darstellung, deutlich unterscheiden. 

 

Damit ist es Rainer Riedler perfekt gelungen, die eigenständige, aber bislang unsichtbare Charakteristik jedes Filmes sichtbar zu machen.

 

JSl

 

Mehr zu Rainer Riedler finden Sie auf seiner Homepage.

Bildrechte und Quellen:
Reiner Riedler: http://www.photography.at/index.html
Westlicht: https://www.westlicht.com/westlicht/de/programm/ausstellungen/reinerriedler

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